Zuschauerzahlen rückläufig – Wird der Fußball uninteressant?


Ein Vergleich der Saison 2016/2017 mit der letzten Saison, 2017/2018, zeigt: Die Zuschauerzahlen in den Stadien der 1. Bundesliga sind rückläufig. Wir versuchen einen Blick darauf zu werfen, wie stark die Zuschauerzahlen abnehmen. Außerdem schauen wir, was der Grund dafür sein könnte und welche Konsequenzen dies für die Vereine hat.

Wie stark nahmen die Zuschauerzahlen ab?

Eine Gegenüberstellung der Bundesliga-Vereine zeigt, dass lediglich bei zweien die Zuschauerzahlen zunahmen: TSG 1899 Hoffenheim und FC Schalke 04. Erklären ließe sich die minimale Zunahme mit dem sportlichen Erfolg beider Klubs. Allerdings nahmen auch die Zuschauerzahlen anderer sportlich erfolgreicher Vereine ab. Von daher könnte die Zunahme der Schalker und Hoffenheimer Zuschauerzahlen auch einfach nur Zufall sein.

In jedem Fall zeigt der deutschlandweite Trend aber insgesamt stark nach unten. Die fünf am schlimmsten betroffenen Vereine sind die folgenden:

  • Hertha BSC Berlin: -9,43 %
  • VFL Wolfsburg: -7,81 %
  • RB Leipzig: -5,68 %
  • Hamburger SV: -5,5 %
  • FSV Mainz 05: -3,28 %

Sogar beim Dritten Dortmund gingen die Zuschauerzahlen zurück. Die Bayern hatten weder eine Zunahme, noch einen Rückgang, zu verzeichnen.

Die Zahlen überraschen, wo die Bundesliga doch stets im europäischen Vergleich für die gefüllten Stadien gelobt wird. Doch entwickeln sich die Zuschauerzahlen längst nicht so dramatisch wie in Italien. Die dortigen Vereine der Liga Serie A müssen bereits seit mehr als einem Jahrzehnt mit negativen Entwicklungen klarkommen.

Was könnten die Ursachen für die rückläufigen Zuschauerzahlen sein?

Während in anderen Ländern die hohen Eintrittspreise und die baufälligen Stadien der Grund für weniger Zuschauer sind, ist es in Deutschland komplexer. Die Stadien lassen nichts zu wünschen übrig. Auch die Creme de la Creme des Fußballs gibt sich hier die Ehre. Der deutsche Fußball hat seit der Heim-WM 2006 massiv an Niveau gewonnen.

Was den deutschen Fans aber durchaus ein Dorn im Auge sein könnte, ist die Kommerzialisierung des Fußballs. Bereits seit dessen Existenz und rapidem Aufstieg ist der Verein RB Leipzig ein Muster dessen. Der erst seit knapp einem Jahrzehnt existierende Fußballverein hat starke Geldgeber hinter sich stehen. Diesen hat Leipzig den kometenhaften Aufstieg zu einem deutschen Top-Verein zu verdanken.

Dies ist zahlreichen Fans ein Dorn im Auge. Boykotts sind keine Seltenheit. Des weiteren sind auch die Leipziger Fans keine traditionsreichen Daueranhänger, sondern mit dem Erfolg gekommen. So lassen sich Leipzigs negative Entwicklungen bei den Zuschauerzahlen eventuell erklären.

Doch neben Leipzigs Geschichte ist es Tatsache, dass grundsätzlich bei jedem Verein die Spieler riesige Gehälter bekommen. Die Gelder, die fließen, sowie der leichtfertige und arrogante Umgang der Spieler mit den Gehältern sorgen bei vielen Fans für Entsetzen. So ist hier ein weiterer möglicher  Grund für rückläufige Zuschauerzahlen vorhanden.

Welche Konsequenzen haben die negativen Entwicklungen?

Nahezu keine. Mittlerweile generiert ein Großteil der Vereine seine Einnahmen aus Werbung, Preisgeldern und den Medien. Die Zuschauereinnahmen haben nur knapp 15 % Anteil. Demzufolge halten sich die finanziellen Einbußen der Vereine in Grenzen. Nur das Stimmungsbild und die Atmosphäre in Stadien erhalten herbe Dämpfer durch die negativen Entwicklungen.