Fußballer früher und heute: Sind sie vergleichbar?


Vergleiche zur Vergangenheit sind sehr beliebt: „Ach, früher da war das anders! Da…“ Wie oft hört man diesen oder ähnliche Sätze? Insbesondere bei sehr populären Themen haben diese Vergleiche einen gewissen Reiz. Also wagen wir dies bei Fußballern: Können die Fußballer von früher mit denen von heute verglichen werden? Wir machen einen Faktencheck mit drei Aspekten.

Professionalität

Der erste Punkt ist einer, der uns direkt vor Probleme stellt. Schauen wir uns die Vorgaben der Klubs an, so ist heute mehr Professionalität gegeben. Die Spieler haben nämlich Ernährungspläne, Alkoholverbote und weitere feste Vorgaben. Sogar das Verhalten der Spieler ist mal mehr, mal weniger durch die Vereine gesteuert. Doch das Problem ist, dass auffällig viele aus der Reihe tanzen: Neymar, Balotelli, Adriano oder Brandstifter Breno sind nur einige Beispiele.

Demgegenüber stehen die Spieler von früher: Handfeste Skandale waren hier eher eine Seltenheit. Dies hängt aber damit zusammen, dass die Spieler mehr Freiheiten bekamen: Sie durften essen, was sie wollten. Auch ein Bier nach dem Spiel in der Kabine war vielerseits Normalität.

In Sachen Professionalität ist also kein Vergleich machbar, da die Zeiten komplett andere Vorgaben an die Spieler beinhalteten.

Bodenständigkeit

Wieso man heute viel öfter von Skandalen bei Fußballern hört, lässt sich durch die mangelnde Bodenständigkeit begründen. Denn die Gehälter, die die Fußballer kassieren, sind riesig. Früher war so etwas unvorstellbar. Die riesigen Gehälter schaffen weitaus mehr Möglichkeiten; auch für Skandale. So kommt es, dass im Trubel des Reichtums die Bodenständigkeit abhandenkommt.

Die Fußballer in früheren Zeiten allerdings mussten beispielsweise in den 70ern sogar noch richtige Berufe ausüben, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Fußball spielen war da noch Privileg. Heutzutage ist es eine Selbstverständlichkeit für gute Fußballer. Sie heben sogar ab und stellen abstruse Forderungen in Verhandlungen.

Nähe zu Fans

Etwas, worüber sich jeder Fan freut, ist, seinem Idol möglichst nahe zu kommen. Das war früher absolut normal. Die Spieler nahmen sich Zeit, um Trikots und Poster zu signieren und freuten sich über die Nähe. Auch die Presse hatte es leichter: Journalisten durften häufig in die Spielerumkleiden, um Interviews durchzuführen.

Heute? Den Fans und, wenn möglich, insbesondere den Journalisten weichen die Spieler aus dem Weg. Die meiste Interaktion läuft distanziert über die sozialen Medien ab.

Fazit

Ein direkter Vergleich der Spieler früher und heute ist kaum machbar. Er wäre sogar unfair. Wir haben es mit drei Aspekten versucht, allerdings fällt klar auf: Die Unterschiede zwischen früher und heute resultieren aus der gesamten Entwicklung des Sports und der Welt. Soziale Medien, hohe Gehälter und größerer Druck hätten früher aller Voraussicht nach dieselben Spielereigenschaften wie heute hervorgebracht.